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Interkulturelle Aspekte der Mediation

Interkulturelle Aspekte der Mediation

Hast du schon einmal eine Mediation mit Vertreter:innen unterschiedlicher Kulturen abgesagt, weil du dachtest, für eine bestimmte Kultur nicht kompetent zu sein?

Als Mediator:innen sind wir ständig damit befasst, zwischen verschiedenen Welten zu vermitteln und zu übersetzen. Und manchmal glauben wir, diese Form der Vermittlung könne uns nur in dem kulturellen Kontext gelingen, den wir selbst zu kennen glauben.

Doch warum glauben wir, dass wir in der eigenen Kultur kompetent sind und in einer fremden nicht?

Und viel grundsätzlicher gefragt: Was ist daran so schlimm, dass wir nicht alles über ein bestimmte Kultur wissen? Ist es in der Mediation nicht gerade so, dass insbesondere unser Nicht-Wissen und unsere Rückfragen den Medianden dabei helfen zu verstehen, was sie bislang in ihrem Konflikt übersehen haben?

Kultur als Scheinriese

Irgendwie ist Kultur ein Scheinriese wie in der Geschichte von Jim Knopf: Je weiter ich von einer Kultur entfernt bin, umso größer erscheint der Riese „Kultur“ und umso mehr fällt mir seine Andersartigkeit auf.

Aus der Entfernung neige ich dazu, der Kultur größeren Stellenwert einzuräumen. Andersherum wird der Scheinriese „Kultur“ immer kleiner, je näher ich an ihn herankomme. Die vorherige Bedeutung und Schein-Orientierung durch die Kultur nimmt mit zunehmender Nähe immer weiter ab – bis hin zur völligen Blindheit gegenüber der kulturellen Komponente.

Anders gesagt: Ich erkenne nicht an, dass ein Familienmitglied, das mir nahe steht und aus der gleichen Kultur kommt, ganz anders empfinden kann als ich. Und gleichzeitig erkenne ich am Ende vor lauter „Kultur“ nicht mehr, dass jemand, der offenbar ganz anders ist als ich, mir in seinen Wünschen und Bedürfnissen sehr nah sein kann.

Mediation ist interkulturell

Vor diesem Hintergrund ist es nicht notwendig, sich in einer bestimmten Kultur besonders gut auszukennen. Vielmehr kommt es darauf an, unvoreingenommen mit den Konfliktparteien in Kontakt zu treten. Wir glauben, dass Mediation schon von ihren Wurzeln interkulturell ist: Sie ist historisch bereits vor vielen Jahrhunderten in unterschiedlichen Teilen der Welt entstanden. Zudem sind die Kernkompetenzen des Mediators dieselben Fähigkeiten, die auch für interkulturelle Kompetenz beschrieben werden: die Toleranz gegenüber unauflösbaren Widersprüchen, die metakommunikative Kompetenz als Mediator:in und das vorurteilsbewusste Denken.

Beweglichkeit gegen blinde Flecken

Damit wir als Mediatoren die interkulturelle Vielfalt als Ressource im Konflikt erkennen und sie als solche nutzen können, ist es wichtig, in Bewegung zu kommen. Denn nur durch die Veränderung der Blickrichtung kann das, was wichtig ist, auch sichtbar werden. So können wir gemeinsam mit den Medianden neue Räume betreten und den Konflikt unter veränderten Gesichtspunkten beleuchten. Gelingt uns dies, erkennen wir die blinden Flecken, die mit jeder Kultur einhergehen. Und blinde Flecken verhindern eine echte Verständigung.

Erst wenn wir gemeinsam mit unseren Medianden eine neue Brille aufsetzten, gewinnen wir andere Einblicke, statt uns vom blinden Fleck unseres Sehnervs narren zu lassen.

Und schon eröffnen sich wie von Zauberhand neue Ansätze und Lösungswege im Konflikt.

Als Mediator:in hast du schon viele Zutaten zur Verfügung, um interkulturelle Mediationen zu gestalten. In unsrem Seminar ‚Interkulturelle Aspekte der Mediation‘ geben wir dir Rezepte für diese Zutaten an die Hand – in Form von Methoden, praktischen Übungen und dem transkulturellen Ansatz der positiven Psychologie von Nossrat Peseschkian. Für nähere Informationen nimm einfach Kontakt mit uns auf.


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